Ursula Althof-Kruse
Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie
‐ Psychotherapie ‐

Nur wer das Ziel kennt,
findet den Weg.

- Lao-Tse

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Hochbegabung

Als Hochbegabung bezeichnet man ein über dem Durchschnitt liegendes Maß an Intelligenz. Hochbegabung ist von der Höchstleistung zu unterscheiden. Ob ein Hochbegabter zu Höchstleistungen fähig ist, ist unter anderem davon abhängig, in wie fern er gefördert wird. Hochbegabung bezeichnet nur die grundsätzliche Fähigkeit unter Umständen Hochleistungen in bestimmten Gebieten erbringen zu können. Hochbegabung kann in unterschiedlichen Bereichen auftreten, so zum Beispiel als:

  • intellektuelle Fähigkeit im sprachlichen, mathematischen oder einem anderen Bereich, auch als Abstraktionsfähigkeit o.ä.
  • sozial-emotionale Fähigkeit
  • künstlerische Fähigkeit
  • musikalische Fähigkeit
  • kreative Fähigkeit im sprachlichen, mathematischen, gestalterischen o.ä. Bereich
  • motorische Fähigkeit im Bereich Sport, Tanz o.ä.
  • Intelligenz

Eine individuelle Förderung eines hochbegabten Kindes oder hochbegabten Jugendlichen ist notwendig, um die Förderung in dem Bereich der besonderen Begabung anzusetzen.

Test für Hochbegabung

Hochbegabung kann durch einen Test festgestellt werden. Der dazu angewandte Intelligenz-Test, der auch als IQ-Test bekannt ist, und mit dessen Hilfe der Intelligenzquotient festgestellt werden kann, geht von einem standartisierten Mittelwert von 100 aus, bei dem Abweichungen von 15 Punkten in beide Richtungen, also unter und über dem Mittelwert von 100 möglich sind.
Generell bedeutet das, daß die Intelligenz, also die Fähigkeit bestimmte Aufgaben zu lösen, der Mehrheit der Bevölkerung als Maßstab zugrunde gelegt wird.
Da sich die Fähigkeiten der Menschen von Zeit zu Zeit ändern, muß der Intelligenztest immer wieder auf die Fähigkeiten der Mehrheit genormt werden.
Ein IQ-Wert von über 130 gibt die grundsätzliche Fähigkeit zur Hochleistung, also zur Hochbegabung an.

Hochbegabung bei Kindern und Jugendlichen

Hochbegabung ist, soweit man heute weiß, ein Ergebnis von sich beeinflussenden Faktoren. Faktoren, die zur Hochbegabung führen können, sind:

  • genetische Faktoren (also die Voraussetzungen, die die Eltern ihrem Kind vererben)
  • soziale Faktoren (insbesondere ein motivierendes Umfeld in der Kindheit, nicht aber überehrgeizige Eltern, scheint einen besonderen Einfluß zu haben)
  • physiologische Faktoren (hier wird das Wachstumshormon IGF-1 als Mitursache vermutet, das vor allem bei älteren Müttern vorkommt - jedoch ist die absichtliche Gabe von IGF-1 nicht ratsam, da die notwendige Dosis nicht ermittelbar ist, eine zu hohe Dosis jedoch zu Erkrankungen wie Krebs oder auch Schizophrenie führen kann)

Die soziale Herkunft - und da vor allem das soziale Umfeld - scheint mehr Einfluß auf die Ausbildung einer Hochbegabung bei Kindern und Jugedlichen zu haben, als der genetische Hintergrund eines Kindes oder eines Jugendlichen. Tatsächlich liegt der IQ-Wert in Schichten mit niedrigem Einkommen etwa 6-13 Punkte unter dem IQ-Wert derjenigen aus Schichten mit höherem Einkommen.

Förderung und Hinderung können sich ausbildend oder hemmend auf die Entwicklung der Hochbegabung bei Kindern und Jugendlichen auswirken. So sind Streßfaktoren wie

  • soziale und finanzielle Belastungen der Familie,
  • ein restriktives Sprachumfeld,
  • unzureichende oder falsche Ernährung (und das bereits in der Schwangerschaft) und die
  • mangelnde Akzeptanz von Begabung im sozialen Umfeld (ein Kind oder Jugendlicher, das/der sich mit seiner Begabung nicht akzepiert fühlt oder tatsächlich nicht akzeptiert wird, paßt sich häufig seinem Umfeld an, um akzeptiert zu werden)

möglicherweise ausschlaggebend für eine verstärkte oder unterdrückte Entwicklung einer Hochbegabung bei Kindern und Jugendlichen.

Hochbegabte Kinder und Jugendliche und Krankheit

Mittlerweile weiß man, daß Hochbegabte nicht häfiger an psychischen Erkrankungen leiden, als Normalbegabte: Heute geht man davon aus, daß Hochbegabte psychisch belastbarer sind, aber größeren Belastungen ausgesetzt sind. Mangelnde Akzeptanz der Begabung oder überhöhte Erwartungshaltungen setzen hochbegabte Kinder und Jugendliche unnötig unter Druck und können zur Ausbildung psychischer Störungen führen.
Darüber hinaus werden bestimmte Erkrankungen mit der Hochbegabung in Verbindung gebracht, wie das Borderline-Syndrom, ADHS/ ADS, Depressionen und Schizophrenie, sowie Autismus und das Asperger-Syndrom (AS).